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Der schottische Westhighland White Terrier - nichts für Langeweiler :)

Allem voran sei gesagt: ein (junger) Terrier ist weder ein “Oma-Hund”, noch eignet er sich “mal eben so für zwischendurch” als 0815-Familienhund! Einen Westi zu halten bzw. halten zu wollen, verhält sich wie mit dem Faible für die indische Küche: man muss es wirklich mögen und vertragen, sonst nimmt Beides (im wahrsten Sinn des Wortes) schweißtreibende Züge an und geht ordentlich nach hinten los. Wer sich nicht wirklich mit Hundecharaktere und ursprünglichen Rasseeigenschaften befasst, bezeichnet ein Westigewächs gerne und voreilig als “dickköpfig” sowie “nicht erziehbar” und verkennt dabei das Wesen eines zwar anspruchsvollen, aber echt tollen Charakterhundes. Westis haben ihren züchterischen Ursprung und Nutzen in der Jagd von Niederwild, wozu es auch gehört, dass sie in Hasen-, Dachs- und Fuchsbauten eindringen. Wären sie nicht zum selbstbewusst sein sowie zur Eigenständigkeit “gemacht” worden, wären sie in diesen Situationen sicher sehr oft sehr verloren. Ein Westi ist nicht einfach nur ein “Dickkopf” und Fertig, sondern hat meist mehr Rückgrat und “Arsch in der Hose”, als so mancher Mensch. Zugegeben: Kimba kostete mich auch schon so manchen Nerv und ließ Flüche in mir hoch kommen, von denen ich gar nicht wusste, dass sie überhaupt existierten. Ein Westi dagegen, steht über den Dingen und weiß prinzipiell alles besser und genauer als sonst wer auf der Welt. Um zu existieren braucht er Nichts und Niemanden. Überspitzt beschrieben, stellt er sich selbst die Luft zum Atmen her und gestaltet das Wetter gerade und genau so, wie er es für angebracht hält. Wer einen Westi für sich gewinnen und begeistern möchte, muss ihm das Gefühl geben, dass das, was er gerade Erwünschtes tut bzw. tun möchte, zu 100% aus eigenem Antrieb entstand und man darauf überhaupt keinen Einfluss hatte. ;o) Kimba zeigte sich im Vergleich zu den zahlreichen Hunden, mit denen ich die letzten Jahre konfrontiert wurde, von Anfang an sehr aufgeschlossen und interessiert – vielleicht auch eine Extra-Portion unbeeindruckt, von all den Veränderungen, die mit ihr und um um sie herum statt fanden. Mit einem Westi, da ja Terrier, kann Mensch nicht einfach so das Erziehungs- und Trainingsprogramm abziehen, wie mit (fast) jedem anderen Hundemodell. So “rustikal” und robust sich Westis auch geben, wie jedes Lebewesen haben sie ebenfalls eine verletzliche, sensible Seite. - Harte Schale, weicher Kern. Ich bin sehr gespannt, was wir noch so alles erleben werden, so lange wie Kimba ihr Unwesen bei und mit uns treibt. Eine vermutlich nett gemeinte Hommage an eine wirklich faszinierende Hunderasse, aber … ...wenn ich lese, dass der Westi als “perfekter Stadthund” betitelt wird, statt explizit darauf hinzuweisen, dass er aufgrund seines Jagdtriebes entsprechend gefordert / gefördert werden muss, schwillt mir der Kamm!! Abschießend bleibt noch zu sagen, dass Kimba unsere zweite Westi Hündin ist und ihre Abneigung - oder sagen wir lieber Hass - auf alle Katzen mit unseren ersten Westi teilt. Liebe Grüsse Laura

7.7.15 12:44

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Lenitrainingstagebuch / Website (13.9.15 17:12)
Sehr schön geschrieben! Ich muss zugeben, dass ich beim Lesen ab und zu schmunzeln musste.

Leider wird immer wieder ein falsches Bild von dieser Rasse vermittelt. Sie sind viel mehr als nur der feine Sofahund, wie es im Werbespot von Cesar immer wieder dargestellt wird. So holt sich das Ömchen von nebenan einen Westi in die Wohnung und ist am Ende des Tages restlos überfordert.

Da ist Aufklärung das A und O. Danke dafür!

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